Strukturierte Verkabelung – verständlich erklärt

strukturierte Verkabelung

Wenn Sie in Ihrem Unternehmen schon einmal Netzwerkprobleme hatten, kennen Sie das vielleicht: Ein Techniker öffnet den Netzwerkschrank und steht vor einem Chaos aus Kabeln, bei dem niemand mehr weiß, welches wohin führt. Genau das soll strukturierte Verkabelung verhindern. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was dahintersteckt und warum dieses Konzept für jedes Unternehmen relevant ist.

Was bedeutet strukturierte Verkabelung?

Strukturierte Verkabelung ist ein standardisiertes System für die gesamte Daten- und Kommunikationsverkabelung in Gebäuden. Statt für jede Anwendung separate Kabel zu verlegen – eines für Telefon, eines für Computer, eines für Drucker – nutzt ein strukturiertes System eine einheitliche Infrastruktur für alle Dienste.

Das Prinzip ist simpel: Eine durchdachte, einheitliche Verkabelung bildet das Fundament, auf dem alle aktiven Netzwerkkomponenten wie Switches, Router und Access Points aufbauen. Die internationale Norm ISO/IEC 11801 sowie die europäische EN 50173 definieren dabei genau, wie eine solche Verkabelung aufgebaut sein muss.

Die drei Ebenen der strukturierten Verkabelung

Ein strukturiertes Verkabelungssystem gliedert sich in drei hierarchische Bereiche:

Primärverkabelung (Campusverkabelung): Diese Ebene verbindet verschiedene Gebäude auf einem Firmengelände miteinander. Hier kommen fast ausschließlich Glasfaserkabel zum Einsatz, da sie große Distanzen überbrücken und hohe Bandbreiten liefern.

Sekundärverkabelung (Gebäudeverkabelung): Sie verbindet die einzelnen Stockwerke oder Gebäudeabschnitte. Der Hauptverteiler im Gebäude wird mit den Etagenverteilern verbunden – je nach Entfernung mit Glasfaser oder hochwertigen Kupferkabeln.

Tertiärverkabelung (Etagenverkabelung): Die letzte Meile zum Arbeitsplatz. Vom Etagenverteiler führen Kupferkabel zu den einzelnen Anschlussdosen an Schreibtischen, in Besprechungsräumen oder an Druckerstandorten.

Warum ist das für Ihr Unternehmen wichtig?

Flexibilität bei Änderungen: Mitarbeiter ziehen um, Abteilungen werden neu strukturiert, neue Arbeitsplätze entstehen. Mit strukturierter Verkabelung stecken Sie einfach um – ohne neue Kabel ziehen zu müssen.

Einfache Fehlersuche: Jedes Kabel ist dokumentiert und beschriftet. Wenn ein Anschluss nicht funktioniert, lässt sich das Problem schnell lokalisieren und beheben.

Zukunftssicherheit: Die Verkabelung ist unabhängig von der aktuell genutzten Technik. Dieselben Kabel, die heute 1 Gigabit übertragen, können morgen mit neuen Switches 10 Gigabit liefern.

Geringere Betriebskosten: Weniger Ausfallzeiten, schnellere Wartung und einfachere Erweiterungen senken langfristig die IT-Kosten.

Woraus besteht eine strukturierte Verkabelung?

Die passiven Komponenten bilden das Grundgerüst:

Kabel: Kupferkabel der Kategorie Cat.6A sind heute Standard für Arbeitsplätze und unterstützen 10 Gigabit über bis zu 100 Meter. Für Backbone-Verbindungen zwischen Verteilern setzen wir auf Glasfaser.

Patchfelder: Im Netzwerkschrank enden alle Kabel an übersichtlichen Patchfeldern. Von dort führen kurze Patchkabel zu den aktiven Komponenten wie Switches.

Anschlussdosen: An den Arbeitsplätzen befinden sich genormte RJ45-Dosen, an die Endgeräte angeschlossen werden.

Kabelführungssysteme: Kabelkanäle, Brüstungskanäle oder Bodentanks sorgen für eine saubere und geschützte Verlegung.

Woran erkennen Sie eine gute Installation?

Eine professionell ausgeführte strukturierte Verkabelung zeichnet sich durch mehrere Merkmale aus:

Jedes Kabel und jede Dose trägt eine eindeutige Beschriftung. Eine vollständige Dokumentation zeigt, welcher Anschluss wohin führt. Nach der Installation werden alle Verbindungen messtechnisch geprüft und zertifiziert – Sie erhalten Messprotokolle, die die Einhaltung der Normen nachweisen.

Außerdem ist ausreichend Reserve eingeplant. Eine gute Faustregel: Installieren Sie mehr Anschlüsse, als Sie aktuell benötigen. Die Kosten für zusätzliche Kabel während der Installation sind minimal – eine Nachrüstung später ist deutlich teurer.

Fazit

Strukturierte Verkabelung mag auf den ersten Blick wie ein technisches Detail wirken. In der Praxis ist sie jedoch das Fundament Ihrer gesamten IT-Infrastruktur. Eine sauber geplante und fachgerecht installierte Verkabelung funktioniert zuverlässig, lässt sich einfach erweitern und spart langfristig Zeit und Geld.

Ob Neubau, Umzug oder Modernisierung – wir beraten Sie gerne zu den Möglichkeiten für Ihr Unternehmen.

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